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Presseschau

Sie suchen weitere Informationen zum Thema Fussball, Jugendarbeit in Ihrer Region, wie Berlin, Umland, Ahrensfelde, Barnim bzw. Brandenburg?

 

Nun, dann finden Sie vielleicht auch hier weitere Informationen in aktuellen Presseberichten zu Spielen und Ereignissen zu unserem Verein und unseren eigenen Presseveröffentlichungen.

 

Wir tragen hier, in diesem Sinn, Weblinks zu diesen Veröffentlichungen zusammen.

 

Amtsblatt der Gemeinde Ahrensfelde

Amtsblatt 13.03.2012 als PDF

 

 
Gunter A. Pilz ist Professor für Sportwissenschaft an der Leibniz-Universität Hannover. Der Soziologe befasst sich unter anderem mit dem Thema Fanverhalten und Fankultur. Dabei geht es auch um die besondere Wirkung von Stadien.



Herr Professor Pilz, nie zuvor wurden im deutschen Fußball so viele Dauerkarten wie in diesem Sommer verkauft. Was zieht die Leute in die Stadien?

Das Fußballstadion ist in unserer hochzivilisierten Gesellschaft einer der letzten Orte, wo man noch richtig Emotionen ausleben kann. Auf gut Deutsch gesagt: einfach mal die Sau rauslassen. Stadien, aber auch große Sportereignisse haben deshalb eine wichtige gesellschaftliche und soziale Funktion. Das Stadion bietet Freiräume, in denen man erheblich mehr seinen Gefühlen und der aktuellen Stimmungslage offen Ausdruck verleihen kann.



Ist das Stadion ein Kulturraum für Fans?

Nicht nur für sie. Begeisterung gibt es in den Vip-Logen, auf den Sponsorenplätzen und im Familienbereich ganz genauso. Dort mag es zwar manchmal etwas gesitteter zugehen, aber nicht weniger emotional. Darüber hinaus ist das Stadion aber natürlich speziell für die Fans etwas ganz Besonderes, ein Kultort. Im Stadion können sie sich selbst zur Schau stellen. Hier ist ein Platz, der eng zusammenhängt mit dem eigenen Verein, mit dem Vergöttern der eigenen Mannschaft. Zudem bieten sich vielfältige Möglichkeiten für Choreografien, Gesänge und Protestrufe. Im Fußball ist das Stadion der letzte Ort, wo Fans selbst ein Stück Macht ausleben. Denn hier bestimmen sie, was wann und wie gesungen wird.

Im Zuge der WM 2006 sind in Deutschland viele moderne, fast luxuriöse Stadien entstanden. Hat sich das Fußball-Publikum verändert?

Tatsächlich wandelt sich durch die neuen Stadien auch die Zuschauerstruktur. Inzwischen gibt es in vielen Stadien ein familiäres, manchmal sogar operettenhaftes Publikum. Genau gegen diese Entwicklung wehrt sich aber die Ultra-Szene und kämpft leidenschaftlich für den Erhalt der Stehplätze, um Debatten wie in England zu vermeiden.

Was wird denn da diskutiert?

Die Folgen von reinen Sitzplatzstadien. Viele Mannschaften beklagen sich in England über die modernen Arenen. Sie sagen, in den Stadien ist keine Stimmung mehr, das typische „Oooah“-Geräusch ist weg. Inzwischen gibt es sogar Überlegungen, die Vorschriften zu ändern und wieder Stehplätze einzuführen.

Passen Fußball und Sitzen zusammen?

Für Ultras nicht. Nur auf Stehplätzen kann man aus deren Sicht richtige Stimmung machen. Und nur so kann die spezielle Art der Kommunikation unter den Fans gepflegt werden. Deshalb ist die Ultra-Szene in Deutschland in den vergangenen Jahren auch so groß geworden. Weil die Fans genau gemerkt haben, hier droht ein Stück Kultur und Tradition vom Fußball kaputtzugehen.

Vip-Logen und Business-Sitze drängen Fans auf den Stehplätzen an den Rand. Das Stadion dient als Ort für Geschäftskontakte. Wird der Fußball missbraucht?

Nein, missbraucht würde ich nicht sagen. Der Sport braucht Sponsoren und eben diese Geschäftskontakte. Wenn er sie nicht hätte, gäbe es keinen Bundesligafußball, keine Profispieler, keine guten Mannschaften und auch kein neues Harbig-Stadion in Dresden. Das muss ja alles finanziert werden. Fernseheinnahmen allein reichen da nicht mehr aus. Wenn man sieht, was Fußballspieler heutzutage kosten, müssen sich auch die Vereine nach neuen Einnahmequellen umsehen. Insofern wird der Sport nicht missbraucht, sondern bedient sich der kapitalistischen Gesellschaft. Einerseits, um zu überleben. Und andererseits, um den Bedürfnissen der Fans gerecht zu werden. Denn die wollen ja gute, teure Spieler sehen.

Kritiker behaupten, früher waren die Vips zu Gast im Stadion, heute sind die Fans zu Gast bei den Vips. Stimmt das?

Ich glaube nicht, dass die VIPs die Fans verdrängt haben. Das Einzige, was Logen verdrängen, ist ein Teil von Stimmung. Es ist ja zu beobachten, dass für die Leute aus den Logen der Fußball zunehmend zum Event wird, das zwei Stunden vorm Spiel beginnt, zwei Stunden nach Abpfiff endet und ärgerlicherweise durch 90 Minuten Fußball unterbrochen wird. Das sieht man immer gut nach der Halbzeitpause, wenn es fast 30 Minuten dauert, bis alle wieder auf ihren Plätzen sitzen. Das Spiel selbst hat nicht mehr die zentrale Bedeutung.

Auch das Stadion hat sich gewandelt: von der reinen Sportstätte zum Eventtempel mit Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie. Bedauern Sie diese Entwicklung?

Das ist der Lauf der Zeit. Wenn sich ein teure Arena irgendwie amortisieren soll, geht es nicht anders. Deshalb sind Stadien auch so gebaut, dass Konzerte darin stattfinden können. Es ist ja auch aberwitzig, ein Stadion mit seinen horrenden Kosten nur alle zwei Wochen zu benutzen. Das ist bar jeder ökonomischen Vernunft. Trotzdem müssen die Vereine sicherstellen, dass all das, was den Fußball auszeichnet und seine Seele ausmacht, bewahrt wird: die unvergleichliche Leidenschaft und Stimmung der Fans. Davon lebt der Fußball.

Das ist ein schwieriger Spagat. Kann der überhaupt gelingen?

Leicht ist das nicht. Aber es gibt ein sehr schönes Beispiel: die Alte Försterei von Union Berlin. Dieses Stadion ist von der Basis, also unter Berücksichtigung von Fan-Bedürfnissen, umgestaltet und modernisiert worden. Von den insgesamt 19000 Plätzen hat der Verein 16500 Stehplätze erhalten und damit genau den Wunsch der Fans erfüllt. Ein zweites gutes Beispiel liefert Borussia Dortmund mit seinem 80000-Zuschauer-Stadion. Das hat immerhin 27000 Stehplätze. Die typische Stimmung gibt es nun bei Union oder in Dortmund eben mehr als in anderen Stadien.

Wie wichtig ist der Heimvorteil?

Auch das hängt von der Konstruktion des Stadions ab. Der FC Bayern zum Beispiel hat im Olympiastadion darunter gelitten, dass die Zuschauer getrennt durch die Leichtathletik-Laufbahn viel zu weit weg vom Spielfeld sitzen. Da ist der Heimvorteil, ausgelöst durch die eigenen Fans, gleich null. Im Eventtempel Allianz-Arena, wo die Bayern jetzt spielen, hat sich das geändert. Jetzt sind die Fans ganz nah dran, wie auch in Dresden. Der Heimvorteil kann aber auch schnell umschlagen. Wenn die Erwartungshaltung und der Druck zu groß sind, werden die Spieler von der Atmosphäre nicht mehr mitgerissen, sondern gelähmt. Bis zum Heimkomplex ist es dann nicht mehr weit.
 

erstellt am 16.09.2009

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 21. März 2012 um 21:02 Uhr
 

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